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Chessilochmarsch 2014




Beim Bahnhof Grellingen versammelte sich am 8. November in bitterer Morgenkälte ein bescheideneres Marschgrüpplein als in den Vorjahren. Doch von den Höhen des Gotthard kamen zwei Gebirgsfüsiliere des Urner Bataillons 87 zur Verstärkung. In blauen Gebirgsblusen und spezieller Gebirgspackung bildeten sie eine reizvolle Ergänzung der Truppe.





Nach der Begrüssung übernahm Wachtmeister Henke die Marschgruppe und führte sie hinaus in den kalten Morgennebel. Unser Chef musste sich anfangs mit einem wahren Widerporst von Wickelgamasche herumschlagen. Aber bald hatte er die Lage im Griff, und führt seine Mannschaft vorbei am historischen Wappenfelsen in sonnigere Gefilde jenseits des Chessiloch.





Hinter Zwingen verliess die Gruppe den Schatten des Berghanges, und wurden nun für einige Marschkilometer von der Sonne geküsst. Das Schlusslicht der Kolonne bildeten unsere beiden Gebirgsfüsiliere. Deren spezielle Packung mit Tragrefs und gerollter MilitŐrdecke so wie die besondere alpine Tragweise des Karabiners hier gut sichtbar sind.





Angekommen vor Laufen, erwartete wie alle Jahre die Logistik die Marschgruppe. Gereicht wurden Mineralwasser, wärmender Kakao und Grättimänner zur Stärkung. Der Chef nutzte die Erholungsphase, um die Choreographie der Gedenkzeremonie zu erläutern. Der veränderte Bestand der Truppe verlangte nach durchdachter Improviation bei der Aufmarschformation.





Da man dank straffer Führung ziemlich vor der Zeit einmarschbereit beim Baslertor stand, blieb noch etwas Spielraum für kreative Einfälle. Der Chef, stets mit den sozialen Medien in Kontakt stehend, entschloss sich das Treiben der Truppe mit einem Gruppenselfie bei Facebook zu dokumentieren. Mit viel Mühe quetschten sich somit alle in das Bildformat.





Kurz vor 12.00 Uhr war es dann genug des Scherzens. In angemessenem Ernst schritt die Marschkolonne hinter der Fahne durch das Tor. Zwei Tambouren schlugen die Retraite und die goldene Herbstsonne entschädigte für die zuweilen anstengende Marschrecke, die in diesem Jahr besonders zügig zurückgelegt wurde.





Angelangt beim Wehrmännerdenkmal am Vorstadtplatz schwiegen dann die Trommeln, und der eigentliche Gedenkakt begann. Da sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal jährte, haftete der Kranzniederlegung 2014 eine besonders tragische Note an - die Erinnerung an eine schreckliche Zäsur die Europa verändert zurücklassen sollte.





Der Gedenkakt wurde vom Fernsehen aufgenommen. Ein Bericht wurde noch am selben Abend in der Nachrichtensendung ausgestrahlt. Auf diesem Weg gelangte die Erinnerung an schwere Zeiten zum regionalen Fernsehpublikum. Nicht umsonst gelten furchtbare Erfahrungen erst dann als sinnlos, wenn die Lehren daraus dem Vergessen anheim fallen.





Im Café Kern wartete nach vollzogenem Gedenkakt ein Apèro der Stadt Laufen auf die Marschgruppe. Eine Stunde konnte nun die lauschige Altstadtstimmung in wärmender Sonne genossen werden. Der Chef war sichtlich zufrieden mit seiner Mannschaft, sich nun sich an Silserli, Thonbrötchen und Gugelhupf gütlich tun konnte.





Um 13.24 Uhr galt es am Bahnhof Laufen den Zug nach Grellingen zu erwischen. Die Fahrkarten waren vorab von der Logistik gelöst worden, so dass nur noch die üblichen anderen Probleme zu lösen waren. Etwa das angemessen vorsichtige Besteigen eines Eisenbahnwagens mit einer sperrigen Einheitsfahne in den Hand.





Bestaunt von den normalen Passagieren hatte sich die Marschgruppe schliesslich im Zug verteilt. Einmal mehr drang ins Bewusstsein, dass man über zwei Stunden harten Marsch auf einer Strecke zurückgelegt hatte, die im Zug in 7 Minuten zu bewältigen war. Doch ein Annehmlichkeit der weichen Sitze hatte man sich wohl verdient.




>>Impressionen vom ersten Chessilochmarsch im Jahr 2000

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